CHRONIK

60 JAHRE FIRMA BUDDEMEYER

Gründung des Unternehmens:
10. Mai 1945

 


I. Persönliches
  Gründer:

Karl-Heinz Buddemeyer
geb. 04.06.1924 in Burgsteinfurt

 

  Beruflicher Werdegang: Berufsausbildung vom 18.04.1940 - 17.04.1043
Lehrwerkstätten der Krüppelanstalten Volmarstein i.W.

GESELLE vom 03.05.1943 - 24.03.1945
Firma Heinrich Wenker, Neuenkirchen bei Rheine

Da die Arbeitslage direkt nach dem Krieg sehr, sehr schlecht war und mein Vater durch seine Körperbehinde-rung sowieso nicht die besten Aussichten auf einen guten Arbeitsplatz hatte, machte er sich am 10.05.1945 selbst-ständig.

Einer der wichtigsten Gründe, die meinen Vater wohl zur schnellen Geschäftsgründung angespornt haben, war:
(wörtlich aus seinem Lebenslauf entnommen)

Vom 03.05.1943 - 15.03.1945 war ich dann als Geselle bei dem Sattler- und Polstermeister Heinrich Wenker in Neu-enkirchen beschäftigt. Doch konnte ich die Arbeit, die mir mein Meister gab, nicht ausführen, da mein Leiden mich sehr stark behinderte. Laut ärztlichem Attest bin ich über 50 % arbeitsunfähig.

ICH MACHTE MICH AM 10.05.1945 SELBSTÄNDIG und verrichte jetzt leichte Arbeit in meinem Beruf.

Da das Handwerksrecht nach dem Krieg die Meisterprüfung als Voraussetzung für die Gründung eines Handwerksbe-triebes vorsah, war es noch ein sehr anstrengender und dor-nenreicher Weg zur Ausnahmegenehmigung.

Zitat aus einem Antrag zur Erteilung der Ausnahmegeneh-migung vom 08.11.1948:

Ich bin geboren am 04.06.1924 zu Burgsteinfurt. Im Alter von 3 Jahren erkrankte ich an spinaler Kinderlähmung, wodurch ich noch heute fast völlig gehunfähig bin. Das Sattler- und Polsterhandwerk erlernte ich in den Krüppel-anstalten zu Volmarstein. Die dort abgelegte Gesellenprü-fung habe ich mit gut bestanden. Hierauf war ich noch 2 Gesellenjahre bei einem Betrieb in Neuenkirchen tätig. Infolge 80 % Körperbehindertheit und mehrmaliger Er-krankung vermochte ich die dort von mir verlangten, meist schweren Arbeiten nicht länger auszuführen. Zu-dem erhielt ich nur halben Lohn, mit welchem ich niemals eine Familie hätte ernähren können.

Ich sah mich deshalb gezwungen, 1945 in meiner elterli-chen Wohnung eine eigene kleine Werkstatt einzurichten, um dort Reise- und Aktentaschen, Tornister usw. anzufer-tigen und zu veräußern. Meine Arbeiten sind von allge-mein anerkannter Güte und Qualität. Wenn mir nun diese Unterhaltsmöglichkeit versagt würde, müßte ich mit Frau und Kind mein ganzes Leben lang von der öffnetlichen Fürsorge unterhalten werden.

Ich bitte daher um Erteilung der Ausnahmegenehmigung für eine solche selbständige Fertigung.

Nach langem Kampf, aber immer und ohne Unterbrechung handwerklicher Arbeit im eigenen Betrieb, wurde am 04.08.1959 die Ausnahmegenehmigung erteilt.

1972 beantragte mein Vater aufgrund seines ja nun von Kindheit an schweren Leidens die Berufsunfähigkeitsrente. Diese wurde ihm auch sofort gewährt.

 

  Nachfolger: Werner Buddemeyer
geb. am 07.09.1947

Am 29.05.1971 legte ich, WERNER BUDDEMEYER als einer der jüngsten Meister bei der Handwerkskammer in Münster meine Meisterprüfung im Raumausstatterhand-werk mit gutem Erfolg ab.

Am 01.01.1972 trat ich in die Raumausstatterinnung ein, in der ich seit 07.12.1978 Mitglied im Vorstand bin. Seit 14.03.1973 bin ich Mitglied im Zwischenprüfungsausschuss und im Ausschuss für Lehrlingsausbildung, seit 14.11.1975 Mitglied im Gesellenprüfungsausschuss. Vom 07.12.1978 bis 05.06.2002 war ich Lehrlingswart und erster Meisterbei-sitzer im Prüfungsausschuss. Seit dem 05.06.2002 bin ich Obermeister der Innung.

Ab 1972 übernahm ich das Raumausstatter-Fachgeschäft von meinem Vater, wobei dieser mir bis zu seinem Tode im September 1993 immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden hat.

 

 
II. Standort des Raumausstatterfachbetriebes
  Gründung: 10.05.1945, Steinstraße 3, Burgsteinfurt
  1951: Kauf des Hauses Rottstraße 14
Hier wurden ein Laden und eine Werkstatt im Erdgeschossbereich sowie eine Wohnung in der 1. Etage eingerichtet.
  1962: wurde der hintere Teil des Gebäudes abgebrochen und ein neuer Trakt an-gebaut. Ich kann mich noch gut daran erinnern, ich war ja schon 15 Jahre alt und habe fleißig mit angepackt. Der Anbau wurde in Eigenleistung erstellt; auch hier zeigte Vater Geschick in Planung und Ausführung. Die Baukolon-ne bestand fast ausschließlich aus den Brüdern meiner Mutter, wobei ich be-sonders Onkel Rudi und Onkel Fritz erwähnen möchte.
  1972: Kauf des Gebäudes Am Neuen Wall 7 + 9, das von Grund auf saniert wer-den musste, wo auch wieder unsere ganze Kraft gebraucht wurde. Den alten Burgsteinfurtern wird das Gebäude unter dem früheren Besitzer H. Frie-mann bekannt sein, hier war ein Möbelgechäft mit eigener Schreinerei lange ansässig. Den unteren Teil des Gebäudes nutzten wir als Ladenfläche. Da sich in den siebziger Jahren aber schon abzeichnete, dass die Geschäftslage am Neuen Wall von neuen Kunden nicht so angenommen wurde, wie wir es erwarteten, wurden aus den Ladenräumen Wohnräume gemacht.
  1991: konnten wir unser Nachbarhaus, Rottstraße Nr. 7, kaufen. Da wir vor der Alternative standen, entweder die oberen Wohnräume in Geschäftsräume umzuwandeln und die Wohnung auszusiedeln, kam das gerade zur richtigen Zeit. Ich weiß, wie stolz mein Vater war; er sagte, dass er schon damals mit der Familie Betzinger in Verhandlung gestanden hatte, die aber dann an den preislichen Vorstellungen scheiterten.
  1992: beauftragten wir den Architekten Paul Varwick, die beiden Gebäude mitein-ander zu verbinden, da das Gebäude Rottstraße 7 beim Neubau (1964) ganz an unser Haus angebaut wurde. Wir mussten damals sogar einen Teil unse-res Grundstückes abgeben, so dass kein Zwischenraum zwischen den beiden Häusern vorhanden war.
  1993: konnten wir alle Arbeitsgebiete zusammenlegen.
 
  Gardinen-
abteilung:
3 Nähmaschinen, Bügeltisch mit Absauganlage, große Gar-dinenwaschmaschine, selbst für größte Stores, und die Zuschneideplatte im Nähraum vereint.
Gardinenleisten und Gardinenstangen werden im Vorraum gelagert.
  Polster-
abteilung:
Werkstatt, mit separater Zufahrt von der Löffelstraße, für 3 Arbeitsplätze, Materiallager und großes Möbelstoff- und Gardinenlager.
  Teppichboden-
abteilung:
Musterwand mit Schrankmustern; hierbei mussten wir auf Rollenware verzichten, weil wir einfach dafür keinen Platz mehr haben. Aus der umfangreichen Kollektion hochwerti-ger und strapazierfähiger Ware kann unsere Kundschaft auswählen. Da unsere Lieferanten wöchentlich Ware anlie-fern, sind wir ganz kurzfristig in der Lage, unsere Kund-schaft zu bedienen.
  Sonnenschutz: Wir fertigen Jalousetten, Plisseeanlagen, Vertikallamellen-vorhänge, Rollos, Flächenvorhänge und Markisen nach Maß und den Wünschen unserer Kunden.
  Sattler-
abteilung:
Auch nach dem Tode unseres Feintäschners (ich habe mei-nen Vater immer bewundert, wenn er die Taschen mit Ge-schick und Können reparierte) machen wir kleine Taschen-reparaturen in gewohnter Güte.
 
III. Ausbildungsbetrieb seit 1972
  von 1972 - 1975 Heinz Bruns, Sankt Arnold
  von 1974 - 1975 Karl-Heinz Buddemeyer, Burgsteinfurt
(nur 3. Ausbildungsjahr)
  von 1986 - 1987 Sascha Bremer, Metelen, Berufspraktikum
  von 1988 - 1981 Sascha Bremer, Metelen, Berufsausbildung
  von 1990 - 1993 Michael Rüschhoff, Laer
  von 1992 - 1995 Miriam Amm, Laer-Holthausen
  von 1993 - 1996 Sandra Scholz, Burgsteinfurt
  von 1996 - 1999 Sandra Maas
  von 2000 - 2003 Imke Wiemann
Imke Wiemann bestand ihre Prüfung mit Auszeichnung (Kammersiegerin) und nahm am Landeswettbewerb Nord-rhein-Westfalen teil, wo sie den 3. Platz belegte.
  von 2001 - 2004 Eva Vortkamp
  von 2003 Silvia Stolze
  von 2004 Jochen Uhlenbrock
  vom 01.04. -
30.04.2004
Franziska Besseling
Im Rahmen ihrer Ausbildung in einem anderen Raumaus-stattungsbetrieb machte Franziska Besseling in unserem Be-trieb ein Praktikum, hauptsächlich in der Gardinenabteilung.
  Vom 17.05. -
27.05.2005
Gesa Miltner, Berufspraktikum
  vom 01.08.2005 Gesa Miltner, Berufsausbildung
 

 

Fast alle Auszubildenden wurden nach ihrer Ausbildung noch für einige Zeit als Gesellen in unserem Betrieb beschäftigt.

Seit 2004 beteiligen wir uns mit einem Stand im Frühjahr am Leinenmarkt und im Herbst am Ernte-Dank-Markt. Hier demonstrieren wir anschaulich unser Handwerk, indem wir zeigen, wie alte Möbel von Grund auf restauriert und gepolstert werden. Wir haben hierbei eine große Resonanz bei den Besuchern.

Am 19. März 2002 verstarb meine Mutter, die über lange Jahre die Seele unseres Betriebes und insbesondere in der Gardinenabteilung eine große Hilfe war. Ihre immer fröhliche Art fehlt mir sehr.

 
IV. Personalsituation (Stand: Mai 2005)
  Werner Buddemeyer
Seit 1972 Leiter des Handwerksbetriebes

Verheiratet, zwei Söhne, Werner 19 Jahre und Alexander, 11 Jahre.

Nach meiner Lehrzeit (1963 - 1966), die ich bei der Firma Josef Edeler in Borghorst, Müns-terstraße 1, absolvierte, war ich noch ein Jahr bei der Firma Hermann Eismann in Coesfeld als Geselle tätig. Ab 1968 war ich im elterlichen Betrieb tätig, den ich dann 1972 nach vorher abgeschlossener Meisterprüfung übernahm.


Memet Durak
Geselle, Schwerpunkt Polsterei

Memet Durak ist eine qualifizierte Fachkraft und für uns seit Februar 1995 tätig. Durch seine gute handwerkliche Arbeit ist Herr Durak sehr schnell zu einer großen Stütze des Betriebes geworden. Wir freuen uns, mit ihm eine Fachkraft zu haben, durch die eine selbstständige, gute und qualifizierte Arbeit gewährleistet ist.


Hans Jünemann
Bürokraft (stundenweise)

Herr Jünemann ist seit 1996 für uns tätig. Er ist die gute Seele im kaufmännischen Bereich. Er erledigt alle Büroarbeiten, kümmert sich um die Termine und den innerbetrieblichen Teil und ist mir im schriftlichen Bürobereich eine große Hilfe.


Silvia Stolze

Silvia Stolze macht in unserem Betrieb seit August 2003 über das Arbeitsamt eine 2jährige Ausbildung (Umschulung) zur Raumausstatterin. Besonders hervorzuheben sind ihre Fähig-keiten im Gardinennähen und -gestalten. Silvia Stolze steht jetzt kurz vor der Gesellenprü-fung und wir würden uns freuen, wenn sie bald als junge Gesellin des Raumausstatterhand-werks für uns tätig ist. Bei den Kunden ist sie wegen ihres freundlichen und netten Wesens sehr beliebt.